Bewerbung mit Lücken im Lebenslauf
Kurze Lücken von wenigen Monaten fallen im Lebenslauf kaum auf, längere Zeiträume ohne Angabe wecken dagegen Fragen, die eine knappe Zeile klären kann.
Nicht jede Lücke im Lebenslauf braucht eine Erklärung. Ein Zeitraum von ein bis zwei Monaten zwischen zwei Stellen ist üblich und fällt bei einer Angabe in Monat und Jahr ohnehin kaum auf. Kritisch wird es bei Zeiträumen ab etwa vier bis sechs Monaten ohne jede Angabe, weil der leere Abschnitt im tabellarischen Werdegang sofort ins Auge fällt und Personalverantwortliche dazu neigt, das Schlimmste anzunehmen, wenn nichts dasteht.
Für längere Lücken reicht im Lebenslauf eine knappe, sachliche Zeile, ohne Details, die in ein Gespräch gehören und nicht auf Papier. Eine Jobsuche kann als Arbeitsuchend mit Zeitraum stehen, eine Erkrankung als gesundheitsbedingte Pause, die Pflege eines Angehörigen als Pflegezeit für ein Familienmitglied. Eine berufliche Neuorientierung mit einer parallelen Fortbildung lässt sich sogar positiv formulieren, etwa als Zeit für berufliche Umorientierung mit Weiterbildung in einem bestimmten Bereich.
Die genaue medizinische Diagnose, die Umstände einer Trennung oder private Details gehören grundsätzlich nicht in den Lebenslauf. Diese Informationen sind für die Beurteilung der fachlichen Eignung nicht notwendig, und ein Arbeitgeber hat auch im Gespräch kein generelles Recht, danach zu fragen. Die Kurzformel im Lebenslauf reicht, eine ausführlichere Version für das Gespräch kann getrennt vorbereitet werden, muss aber nicht mehr Details enthalten, als der Bewerber oder die Bewerberin bereit ist zu teilen.
Bei mehreren kürzeren Lücken innerhalb weniger Jahre, wie sie etwa bei befristeten Verträgen oder Projektarbeit vorkommen, hilft eine Zusammenfassung der betroffenen Stationen in einem gemeinsamen Zeitraum, wenn die einzelnen Positionen fachlich zusammengehören. Das vermeidet ein Bild aus vielen kurzen, unzusammenhängenden Zeilen, ohne einzelne Stationen zu verschweigen.
Wer während einer längeren Lücke gelegentliche Aufträge auf selbstständiger Basis übernommen hat, etwa als freie Mitarbeit für ein früheres Projekt, kann diese Tätigkeit mit Umfang und Zeitraum aufführen, auch wenn sie nur einen Teil der Woche ausgefüllt hat. Eine solche Angabe zeigt, dass in dieser Zeit weiterhin ein beruflicher Bezug bestand, auch wenn keine feste Anstellung vorlag.
Wichtiger als die perfekte Formulierung einer einzelnen Lücke ist der Gesamteindruck des Lebenslaufs. Ein sauber aufgebautes Dokument mit einer benannten Lücke wirkt vertrauenswürdiger als ein Lebenslauf ohne erkennbare Lücke, bei dem sich beim genauen Nachrechnen der Daten trotzdem eine Differenz ergibt. Personalverantwortliche rechnen die Zeiträume in der Regel nach, eine offene Angabe erspart beiden Seiten diesen Moment.
Lebenslauf jetzt erstellen. Der Generator übernimmt Format und Reihenfolge — du trägst nur deine Angaben ein.
Zur Lebenslauf-Vorlage