Lebenslauf für die Initiativbewerbung
Ohne Stellenanzeige fehlt die Vorlage aus dem Anforderungsprofil, deshalb muss der Lebenslauf selbst zeigen, für welche Position sich jemand eignet.
Bei einer Initiativbewerbung gibt es keine Stellenanzeige, aus der sich Stichworte und Anforderungen übernehmen lassen. Der Lebenslauf muss deshalb von sich aus deutlich machen, in welchem Bereich und auf welcher Ebene sich jemand bewirbt. Ein kurzer Profiltext von zwei bis drei Zeilen direkt unter den persönlichen Angaben hilft dabei, etwa mit der angestrebten Funktion und den wichtigsten Qualifikationen dafür. Ohne diese Einordnung muss die lesende Person selbst herausfinden, wofür sich die Bewerbung eignet, und das kostet Zeit, die bei einer Initiativbewerbung oft nicht gegeben wird.
Weil kein Anforderungsprofil vorliegt, lohnt sich vorab eine Recherche zum Unternehmen: welche Abteilungen es gibt, welche Position zuletzt ausgeschrieben war oder welche Entwicklung das Unternehmen aktuell durchläuft. Diese Informationen fließen zwar hauptsächlich in das Anschreiben ein, sollten aber auch die Auswahl bestimmen, welche Stationen im Lebenslauf besonders ausführlich beschrieben werden. Eine Initiativbewerbung an eine Werkstatt profitiert von anderen Details als eine an eine Verwaltungsabteilung, selbst bei derselben Person und demselben Lebenslauf.
Der Lebenslauf für eine Initiativbewerbung sollte an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet sein, wenn sich dieser über die Unternehmenswebsite oder ein Netzwerk wie LinkedIn ermitteln lässt, statt an eine allgemeine Adresse wie eine zentrale Bewerbungsadresse. Diese Angabe steht zwar im Anschreiben, beeinflusst aber auch, wie professionell die gesamte Bewerbung wirkt, wenn beide Dokumente aufeinander abgestimmt sind.
Da eine Initiativbewerbung zunächst nur klärt, ob überhaupt Bedarf besteht, statt sich gegen andere Bewerbungen auf eine konkrete offene Stelle durchzusetzen, muss der Lebenslauf besonders sauber und fehlerfrei sein. Es gibt keine Ausschreibung, die eine gewisse Nachsicht rechtfertigt, weil die Stelle dringend zu besetzen ist. Formatierung, Rechtschreibung und ein aktuelles, professionelles Foto, falls eines verwendet wird, tragen hier stärker zum ersten Eindruck bei als bei einer regulären Bewerbung.
Ein zusätzlicher Abschnitt mit den wichtigsten Kompetenzen, getrennt von der chronologischen Berufserfahrung, erleichtert bei einer Initiativbewerbung die schnelle Einordnung. Dort lassen sich drei bis fünf Fähigkeiten nennen, die für die Zielposition gefragt sind, etwa Projektsteuerung, der Umgang mit einer bestimmten Software oder mehrjährige Erfahrung in der Kundenbetreuung. Diese Übersicht ersetzt die ausführliche Beschreibung der einzelnen Stationen nicht, gibt aber eine erste Orientierung, bevor der Lebenslauf im Detail gelesen wird.
Realistisch ist, dass eine Initiativbewerbung länger unbeantwortet bleibt oder mit dem Hinweis auf fehlenden aktuellen Bedarf endet. Das liegt meist daran, dass zum Zeitpunkt der Bewerbung schlicht keine passende Position offen ist, und nur selten an der Qualität des Lebenslaufs. Eine Nachfrage nach zwei bis drei Wochen ist üblich und wird von den meisten Unternehmen nicht negativ aufgefasst.
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